Die Reise begann am 12.09.2011. Wir, die Klassen 7a, 7b, 7c und 7d wollten um 9 Uhr an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule aufbrechen. Am Parkplatz warteten viele Eltern, die wahrscheinlich aufgeregter waren als ihre Kinder. Es gab ein ziemliches Gedränge, als wir unsere Koffer – glücklicherweise wurden sie nicht gewogen, manche waren sicher schwerer als 20 kg – in den Bus brachten.
„Super!“, dachten wir, als sich die Bustüren endlich öffneten. „Schloss Dankern, wir kommen!“
Schloss Dankern ist ein beliebtes Ferienzentrum im Emsland in Niedersachsen. Es liegt in der Nähe des Städtchens Haren und besteht aus einem Freizeitpark und Ferienhäusern verschiedener Preisklassen und Ausstattungen. Unsere Lehrer hatten uns schon vorgewarnt, dass unsere Häuser nicht zur „Luxuskategorie“ gehören. Aber da schon viele 7. Klassen der Bertha dort gewesen waren, konnte es ja nicht so schlimm sein – oder? Wir waren gespannt!
Die Stimmung in den zwei Bussen war gut. Nach einigen Stunden Fahrt und einer Rast kamen wir um ungefähr 14 Uhr im Ferienpark an. Als erstes gingen wir in unsere Häuser. In jedem Haus waren vier bis sechs Personen untergebracht. Ja, die Lehrer hatten Recht: Die Häuser hatten eine schlichte Einrichtung, die aus zwei kleinen Schlafzimmern, einer Sitzecke, einem Bad mit Dusche, Klo und Waschbecken, einer kleinen Küche und einem Esstisch bestand. Manche fanden die Einrichtung in Ordnung, andere aber fanden sie zu klein und altmodisch. Einige starteten erst einmal einen Hausputz, sie waren mit der Sauberkeit in den Häusern nicht zufrieden. Wie würden die Häuser an unserem Abreisetag aussehen?
Nach dem Einräumen ging es zum Einkaufen in den „Dankernmarkt“. Schließlich stand unsere Reise unter dem Motto „Klassenfahrt mit Selbstversorgung“. Schon an diesem ersten Tag zeigte sich: Teamarbeit ist wichtig! Ist ja auch ganz klar, wenn man in Gruppen einkaufen, kochen (am Gasherd ohne Backofen!), abwaschen und wegräumen muss. Für viele eine ganz neue Erfahrung! Meistens hat es gut geklappt, und das Essen war einfach, aber lecker.
Beim Wettbewerb „Das Perfekte Dinner“ konnten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7c ihren Klassenlehrern beweisen, wie man mit einfachen Mitteln ein richtiges Menü zubereitet. Von guter Hausmannskost mit Fischstäbchen und Erbsen reichte das Angebot bis zum italienischen Drei-Gänge-Menü mit passender Tischdekoration. Da staunten unsere Lehrer nicht schlecht – und ließen es sich schmecken!
Aber wir mussten nicht nur arbeiten. Am Dienstag ging es für viele ins Spaßbad „Topas“ mit den „besten Rutschen der Welt“ – so waren wir uns einig.
Eine Besichtigung der Mayer-Werft in Papenburg stand am Mittwoch auf dem Programm. Dort werden riesige Kreuzfahrtschiffe gebaut. Im Moment ist dort die „Disney Fantasy“ im Bau - ein Schiff der Luxusklasse. Wahnsinn! Wäre das nicht was für die nächste Klassenfahrt??
Am Donnerstag hatten wir die Auswahl zwischen mehreren Aktivitäten: Klettern im Hochseilgarten, Bowling, Ponyreiten und Schwimmen. Da war für jeden etwas dabei!
Ein weiterer Höhepunkt war für einige der Besuch des Dankern-Kinos, wo aktuelle Filme auf dem Programm standen.
Eine Sache hat zu vielen Diskussionen geführt: das Handyverbot – von der Mehrheit der Eltern auf der Klassenpflegschafts-versammlung im letzten Schuljahr gewünscht. Viele Kinder haben sich daran gehalten und sind abends zu den Telefonzellen gelaufen, um mit ihren Eltern zu sprechen. Für sie war es unfair, zu hören, dass andere mit ihrem eigenen Handy telefonierten – und das mit Wissen ihrer Eltern: „Meine Mama will, dass sie mich jederzeit erreichen kann.“ oder „Das Handyverbot ist blöd. Das sagen meine Eltern auch.“ So einige Stimmen auf der Klassenfahrt. Da waren wir von der Bertha uns leider nicht einig.

Am Freitag ging’s nach spannender Häuserkontrolle wieder zurück ins Siegerland. Was bleibt von dieser Klassenfahrt? Wir haben gelernt, wie man einen Haushalt führt, und es hat uns großen Spaß gemacht. Der Freizeitpark mit seinen Angeboten war auch sehr toll. Der eine oder andere Streit musste geschlichtet werden, das haben wir auch geschafft. Den Kampf gegen „getarnte Killerschnecken“ im Jungenhaus haben wir gewonnen – und manche auch ihren Kampf gegen Heimweh.
Und Spaß hat die Klassenfahrt wirklich gemacht – ganz klar!
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Eine Reportage der „Schreibwerkstatt“ im Jahrgang 7